Gefecht 1841

Gefecht zwischen Regierungstruppen und Freiämter Landsturmtruppen

12.Jan.1841

Nach der Annahme der Badener Artikel stellte die von (meist reformierten) Liberalen dominierte Aargauer Kantonsregierung im Jahr 1835 die Klöster unter staatliche Verwaltung, verfügte die Schliessung der Klosterschulen und verhängte ein Verbot zur Aufnahme von Novizen. Die Verfassung von 1831 sah eine Totalrevision innerhalb von zehn Jahren vor. Die Ende 1840 neu ausgearbeitete Verfassung unterschied sich kaum von der alten und wurde in der Volksabstimmung abgelehnt. Die Liberalen störten sich an der Parität, dem Grundsatz, dass in allen Behörden gleich viele Reformierte wie Katholiken vertreten sein mussten. Der zweite Entwurf fiel in ihrem Sinne aus und wurde am 5. Januar 1841 mit 58 % angenommen. Dabei reichte die Zustimmung von 0 % im katholischen Wahlkreis Rohrdorf bis 99 % im reformierten Wahlkreis Brugg.
Édouard Pingret:  Capucin de la ville de Bade, Lithografie bei Godefroy Engelmann, 1824
Konservative katholische Kreise – allen voran das Bünzer Komitee, das verschiedene Volksversammlungen gegen die neue Verfassung organisiert hatte – wollten sich mit dem Resultat nicht abfinden. Die Kantonsregierung gab den Befehl, das Komitee zu verhaften. Regierungsrat Franz Waller begab sich am 10. Januar mit Landjägern nach Muri, um die Verhaftungen vorzunehmen. Eine aufgebrachte Menschenmenge setzte sie jedoch im Amtshaus fest und befreite die verhafteten Komitee Mitglieder. In Bremgarten umstellten mehrere hundert Bewaffnete das Rathaus und erzwangen die Freilassung weiterer Komitee Mitglieder. Am 11. Januar marschierten Regierungstruppen ins Freiamt ein. Bei Villmergen kam es zu einem Gefecht, bei dem zwei Soldaten und sieben Aufständische starben. Noch ohne Kenntnis davon, dass der Aufstand im Freiamt rasch niedergeschlagen worden war, brachen auch in den Bezirken Baden und Zurzach Unruhen aus, die sich aber mangels Koordination rasch wieder legten. Am Abend des 12. Januar hatte die Regierung die Lage wieder unter Kontrolle.

Quelle: Wikipedia