{"id":29,"date":"2017-03-17T13:58:37","date_gmt":"2017-03-17T12:58:37","guid":{"rendered":"http:\/\/rietenberg.ch\/page\/?page_id=29"},"modified":"2017-03-23T11:29:39","modified_gmt":"2017-03-23T10:29:39","slug":"1712-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rietenberg.ch\/?page_id=29","title":{"rendered":"Schlacht 1712"},"content":{"rendered":"<p lang=\"de\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-65 size-large\" src=\"https:\/\/rietenberg.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Zweite_Schlacht_von_Villmergen-1024x532.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/rietenberg.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Zweite_Schlacht_von_Villmergen-1024x532.jpg 1024w, https:\/\/rietenberg.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Zweite_Schlacht_von_Villmergen-300x156.jpg 300w, https:\/\/rietenberg.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Zweite_Schlacht_von_Villmergen-768x399.jpg 768w, https:\/\/rietenberg.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Zweite_Schlacht_von_Villmergen.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p lang=\"de\">Ausl\u00f6ser des Kriegs war ein seit Jahrzehnten andauernder Konflikt zwischen dem F\u00fcrstabt von St. Gallen und seinen reformierten Untertanen im Toggenburg, der schliesslich im April 1712 eskalierte. Die reformierten Orte Bern und Z\u00fcrich erkl\u00e4rten dem F\u00fcrstabt den Krieg, ihnen stellten sich die katholischen Orte der Innerschweiz entgegen. Die Reformierten strebten danach, die seit dem Zweiten Kappeler Landfrieden von 1531 bestehende und im Ersten Villmergerkrieg von 1656 best\u00e4tigte politische Hegemonie der Katholiken zu durchbrechen, bevor der Spanische Erbfolgekrieg zu Ende ging und die europ\u00e4ischen Grossm\u00e4chte ihre Aufmerksamkeit auf die Eidgenossenschaft richten w\u00fcrden.<\/p>\n<p lang=\"de\">Nach der Besetzung des Thurgaus, der Eroberung der f\u00fcrst\u00e4btischen Stadt Wil und der Einnahme des Klosters St. Gallen durch die reformierten Kriegsparteien verlagerte sich das Geschehen in den Aargau. Die Innerschweizer besetzten die St\u00e4dte Baden, Mellingen und Bremgarten, um einen Keil zwischen Bern und Z\u00fcrich zu treiben. Ende Mai gelang es den Bernern, Mellingen und Bremgarten zu erobern. Gemeinsam mit den Z\u00fcrchern nahmen sie nach kurzer Belagerung auch Baden ein. Am 3. Juni begannen Verhandlungen und am 18. Juli wurde in Aarau ein Friedensvertrag unterschrieben.<\/p>\n<p lang=\"de\">Unter Beeinflussung des p\u00e4pstlichen Nuntius Caraccioli lehnten die Landsgemeinden von Schwyz, Zug und Unterwalden den Friedensvertrag jedoch ab. Auch in Luzern und Uri zwang das Volk die Regierung, erneut die Waffen gegen die reformierten Orte zu erheben. Am 20. Juli eroberten Innerschweizer Truppen im Gefecht von Sins die Reussbr\u00fccke Sins\u2013H\u00fcnenberg zur\u00fcck. Die Berner Hauptstreitmacht, die wegen des zwischenzeitlich gew\u00e4hrten Ernteurlaubs merklich kleiner geworden war, brach ihr Lager in Muri ab und zog am 21. Juli nach Wohlen. Die Verb\u00fcndeten aus Z\u00fcrich konnten nicht zu ihnen stossen, da sie in H\u00fctten und Sch\u00f6nenberg ihre Stellungen gegen die Schwyzer und Zuger halten mussten. Tagelange heftige Regenf\u00e4lle verhinderten zun\u00e4chst eine Entscheidungsschlacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p lang=\"de\">Als die Regenf\u00e4lle am 25. Juli aufh\u00f6rten, planten die Innerschweizer von Boswil und Sarmenstorf her einen Zangenangriff. Allerdings brachen die Berner angesichts drohender \u00dcberschwemmungen der B\u00fcnz ihr Lager in Wohlen um 5 Uhr morgens ab und zogen weiter, bevor die Gegner sie erreicht hatten. Die Berner hatten vor, \u00fcber Villmergen zu einer strategisch geeigneteren Stellung auf dem Maiengr\u00fcn oberhalb von H\u00e4gglingen zu gelangen. Kurz nachdem die letzten Berner Truppen um 10 Uhr Villmergen durchquert hatten, trafen die ersten Innerschweizer im Dorf ein. Mangelnde Disziplin war daf\u00fcr verantwortlich gewesen, dass sie nicht rascher vorangekommen waren. Der Berner Oberbefehlshaber Niklaus von Diesbach stoppte den Weitermarsch und brachte die Truppen auf dem Langelenfeld zwischen Villmergen und Dintikon in Position.<\/p>\n<p lang=\"de\">Begleitet von gegenseitigem Artilleriebeschuss zogen sich die Berner langsam zur\u00fcck und hofften, die Innerschweizer auf offenes Feld herauszulocken. Diese versuchten aber erneut, die Berner in einer Zangenbewegung zu umzingeln. Doch der rechte Fl\u00fcgel beim Weiler Hembrunn war zu schnell vorger\u00fcckt und hatte nicht auf den linken Fl\u00fcgel gewartet, der \u00fcber den Rand des Rietenbergs vorr\u00fcckte. Dies gab den Bernern um 13 Uhr die Gelegenheit, gezielt gegen den rechten Fl\u00fcgel der Gegner vorzugehen. Es gelang ihnen, die Innerschweizer zur B\u00fcnz hin abzudr\u00e4ngen, wo hunderte von Soldaten im Sumpf ertranken oder von Dragonern aufgerieben wurden.<\/p>\n<p lang=\"de\">Das Kampfgeschehen im Zentrum der Front zersplitterte sich w\u00e4hrenddessen in Einzelaktionen. Der rechte Fl\u00fcgel der Berner wiederum musste fortw\u00e4hrend zur\u00fcckweichen, da die Innerschweizer von der H\u00f6he oberhalb Dintikons herab feuern konnten. General von Diesbach wurde verwundet, woraufhin Samuel Frisching (II.) das Oberkommando \u00fcbernahm. Die Innerschweizer standen um 17 Uhr kurz vor dem Sieg, als aus Richtung Seengen im S\u00fcdwesten und Ammerswil im Westen gerade noch rechtzeitig Verst\u00e4rkungen der Berner eintrafen und dem Feind in den R\u00fccken fielen. Zudem waren aus Lenzburg neue Gesch\u00fctze herangeschafft worden, die endg\u00fcltig die Wende brachten. Das Heer der Innerschweizer l\u00f6ste sich um 18 Uhr auf und floh, von Dragonern verfolgt, zur\u00fcck nach Villmergen.<\/p>\n<p><strong>Die Folgen<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de\">Nach gewonnener Schlacht drangen Berner und Z\u00fcrcher in die Luzerner Landschaft, das Gebiet von Zug, \u00fcber den Br\u00fcnigpass nach Unterwalden und \u00fcber Rapperswil in die Linthebene vor, worauf der Widerstand der Innerschweizer endg\u00fcltig zusammenbrach. Im Frieden von Aarau vom 11. August 1712, auch Vierter Landfriede genannt, setzten Bern und Z\u00fcrich die konfessionelle Gleichberechtigung in den Gemeinen Herrschaften durch und beendeten die Vormachtstellung der katholischen Orte. Die Reformierten \u00fcbernahmen die alleinige Herrschaft \u00fcber die Grafschaft Baden, den n\u00f6rdlichen Teil der Freien \u00c4mter und Rapperswil. Ausserdem wurde Bern in die Mitherrschaft aller Gemeinen Herrschaften aufgenommen, an denen es bis damals noch keinen Anteil hatte.<\/p>\n<p lang=\"de\">Der St. Galler F\u00fcrstabt Leodegar B\u00fcrgisser beteiligte sich nicht an den Friedensverhandlungen und der Status des Toggenburgs blieb zun\u00e4chst ungekl\u00e4rt. Erst nach seinem Tod im Jahr 1717 im Exil f\u00fcgte sich sein Nachfolger Joseph von Rudolfi am 16. Juni 1718 im Frieden von Baden den Bedingungen der Sieger. Die Toggenburger erhielten konfessionelle Autonomie und unterstellten sich freiwillig der Herrschaft der F\u00fcrstabtei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausl\u00f6ser des Kriegs war ein seit Jahrzehnten andauernder Konflikt zwischen dem F\u00fcrstabt von St. Gallen und seinen reformierten Untertanen im Toggenburg, der schliesslich im April 1712 eskalierte. 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